Nach dem Drama in Stade – Lehren aus einer Tragödie

Shownotes

In dieser Folge geht es um das Drama in Stade, bei dem im Zusammenhang mit einer Inobhutnahme sechs Menschen getötet wurden. Wir fragen, welche Lehren aus dem Fall gezogen wurden und wie Kinder und Fachkräfte im Kinderschutz künftig besser geschützt werden können.

Auf Schritt und Tritt ist ein Podcast der Mediengruppe Kreiszeitung. Produktion dieser Folge: Hagen Wolf. Feedback und Anregungen gerne an podcast@kreiszeitung.de.Impressum: https://www.mediengruppe-kreiszeitung.de.

Transkript anzeigen

00:00:00: Die Morde in Stade, bei denen sechs Menschen einer Jugendhilfe ein Richtung getötet wurden.

00:00:05: Die haben uns alle erschüttert!

00:00:06: Aber welche Lehren müssen daraus gezogen werden?

00:00:09: Wie sieht die Situation bei Sorgerechtsfällen aus und wie kann man Mitarbeiterinnen in konfliktbelasteten Berufen besser schützen?

00:00:19: Darüber reden wir heute in diesem Podcast.

00:00:22: Ich bin Hagen Wolf und Sie hören auf Schritt und Dritt der Podcast Ihrer Mediengruppe Kreiszeitung.

00:00:38: Ich bin heute in Pferden bei der Rechtsanwältin Daniela Post.

00:00:42: Sie ist Fachanwältin für Strafrecht, für Arbeitsrecht und für Familienrecht.

00:00:46: Und gerade was das Thema Familienrecht betrifft sie wird dann auch eingesetzt wenn es darum geht dass den Eltern das Sorgerecht entzogen wird aufgrund von der Gefährdung des Kindeswohls.

00:00:57: Frau Post wie sieht denn ihre Arbeit da jetzt genau aus oder was sind die ersten Schritte?

00:01:01: Zunächst ist es so, dass häufig das Jugendamt eine Mitterlung macht ans Gericht.

00:01:06: mitteilt, dass hier eine Kindeswohlgefährdung aus ihrer Sicht vorliegt und die Arbeit mit den Eltern nicht mehr so funktioniert wie das Jugendamt sich das wünschen würde.

00:01:14: In diesem Verfahrensstand bestellt das Gericht einen Verfahrenszweistand, ein Verfahrenspeiständin.

00:01:20: Wenn ich das in diesem Fall bin Anwälte der Kinder dann nämlich Kontakt zu den Eltern auf zum Jugendamt.

00:01:26: ganz falsch spezifisch ob es gerade möglich ist.

00:01:28: oftmals wird das gericht auch involviert wenn die Kinder schon herausgenommen sind.

00:01:32: Dann auch mit den Kindern und Jugendhilfe Einrichtungen Ich spreche mit den Metallichten, wie die aktuelle Sicht ist der jeweiligen.

00:01:38: Wie die aktuale Situation ist und wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt das vielleicht noch ambulante Maßnahmen greifen könnten.

00:01:45: Viele verweigern auch ambulante Maßnahmen des Jugendamtes weil sie einfach Angst davor haben und sagen Jugendamt kommt bei uns nicht ins Haus sehen es nicht als Hilfe sondern als Gefahr dass das erläutert wird.

00:01:55: in erster Linie ist ein familiengerichtliches Verfahren Hilfe.

00:01:59: Es ist Hilfe für die Beteiligten.

00:02:01: in letzter Konsequenz und wirklich als Ultima Ratio steht die Herausnahme des Kindes.

00:02:05: Das wird immer versucht zu

00:02:06: vermeiden.".

00:02:07: Sie haben jetzt von ambulanten Maßnahmen geredet, da muss ich noch nachfragen was genau versteht man unter ambulanten Maßnahmen?

00:02:12: Also jeder, der eine Hilfe bedarf hat, sagt ich bin in dieser Situation überfordert.

00:02:17: Ich glaube das kennt jeder, dass er sagt ich habe doch noch nicht fünf Kinder, zehn Kinder großgezogen weiß wie es geht.

00:02:22: Ich bin gerade in der Pubertät überforderd.

00:02:24: mein Kind kommt im Kindergarten ist ganz bockig.

00:02:26: Ich weiß nicht wie verhält man sich dort?

00:02:28: Wir haben uns gerade getrennt.

00:02:29: wir haben Probleme im Umgang.

00:02:31: Der Vater, die Mutter, hetzt über mich.

00:02:33: Das Kind rebelliert.

00:02:34: was mache ich ist immer erst der Anlaufpunkt des Jugendamts.

00:02:37: Das Jugendamt ist für die Beratung zuständig und kann Hilfen in der Familie installieren.

00:02:42: das kann man beantragen.

00:02:43: Das sind ambulante Hilfen zum Beispiel SPFH so nennen wir das Sozialpädagogische Familienhilfe die die ganze Familie unterstützt.

00:02:52: es gibt Erziehungsbeistände die nur für das Kind da sind ganz individuell nach dem Bedarf der Familie.

00:02:58: Okay, das ist ja jetzt der gute Verlauf.

00:03:02: Wenn Eltern selbst erkennen, dass sie nicht mit der Erziehung des Kindes zurechtkommen.

00:03:08: Wir haben auch einen Sorgerechtentzug zum Teil, wo die Eltern nicht damit einverstanden sind, wo den Eltern das Sorgrecht entzogen wird... weil man vom Jugendamt davon ausgeht, dass irgendwas schiefläuft.

00:03:19: Das ist eine andere Situation kann ich mir vorstellen?

00:03:21: Wir haben auch ganz häufig die Situation des Kindergärten oder die Schule melden hier gibt es eine Kindeswohlgefährdung.

00:03:26: Die melden ans Jugendamt und dann das Jugendamt wenn die Eltern nicht mitwirkungsbereit sind an das Gericht.

00:03:31: Das isst die Situation dann.

00:03:33: Die Hilfen, daß man die ambulant installiert, das ist immer der erste Punkt was wir auch im gerichtlichen Verfahren versuchen.

00:03:39: oftmals ist das aber schon versucht worden.

00:03:42: Oder es gibt Situationen wo man sagt Da ist schon ganz viel ambulante Hilfe drin gewesen, es geht nicht mehr.

00:03:47: Aber ein Sorge-Rechtsentzug, wenn der Beschluss des Gerichts kommen muss, geht ja immer gegen den Willen der Eltern.

00:03:53: Denn wenn die Eltern zustimmen, ist die Notwendigkeit eines entzugs der älterlichen Sorge gar nicht notwendig.

00:03:58: Es gibt ganz viele Eltern, die haben die älTERliche Sorge aber ihre Kinder leben nicht bei ihnen sondern in Kindern und Jugendhilfeeinrichtungen.

00:04:05: auch dann bleiben die Eltern in der äLterlichen sorge und dürfen weiter für ihre Kinder entscheiden und sind komplett mit involviert auch in Hilfeplanengespräche zum Beispiel

00:04:13: schrecklichen Vorkommnissen in Stade.

00:04:15: Dann waren die Eltern ja, haben sich ja gegen diesen sorggerechtsentzug gewandt oder der Vater und diese Situation ist dann eskaliert.

00:04:23: ich kann mir vorstellen dass gerade bei solchen Situationen jetzt nicht nur auf Stade bezogen sondern allgemein das dann eine Riesen-Emotionalität zwischen den verschiedenen Parteien

00:04:31: herrscht.

00:04:32: Ja!

00:04:32: Die Situation in Stadem macht mich wirklich betroffen.

00:04:35: Das, was ich ... Ich kenne die Akten aus Stade nicht.

00:04:37: Ich kende nur das, was in der Presse veröffentlicht wurde, dass das Kind obhut genommen wurde wegen Verdacht eines Schütteltraumers.

00:04:44: Da gibt es gar keine andere Möglichkeit mehr für das Jugendamt als zu sagen, das Kind kommt sofort raus.

00:04:49: Das haben wir sehr häufig in Überforderungssituationen.

00:04:51: Das Kind einmal hör jetzt auf oder kurz geschüttelte und es kommt zum Schüddeltrauma.

00:04:56: Da gibts keine andere Möglichkeiten mehr.

00:04:58: Und da ist ja schon das mildere Mittel für die Mutter gewesen, Ich komme auch oft in solche Situationen.

00:05:06: Wo ich weiß, die Eltern sind großzerstritten.

00:05:09: Es ist im Hintergrund immer die Drohung, ich bringe dich um.

00:05:13: Ich nehm dir das Kind und entführe das Kind.

00:05:15: In diesen Situationen können sie nicht mehr so frei mit dem Abstand agieren sondern müssen auf Sicherheitsaspekte achten Und ich für mich habe Sicherheitsaspekte, Sicherheitskonzepte eingebaut.

00:05:27: Aber das größte ist Bauchgefühl dabei und da kommen Institutionen wirklich an ihre Grenzen sowie... Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen wie das Jugendamt.

00:05:37: Es stellt die große Frage, wie machen wir das zukünftig?

00:05:39: Also es ist für uns keine ungewöhnliche Situation mehr, dass ein Elternteil sagt ich erschieße jeden der sich mir in den Weg stellt.

00:05:47: Das ist keine Seltenheit!

00:05:48: Und in diesen Situationen müssen wir die monetären Möglichkeiten haben zu sagen diese Leute werden zumindest erst mal durchsucht Und dann wird in einem gesicherten Bereich, zumindest ins Jugendamt, ein Gespräch geführt.

00:06:00: Die Polizei nebenan oder etwas, was Sicherheit für die Beteiligten gibt?

00:06:05: Denn das ist das Schockierende!

00:06:06: Da saßen nur Menschen, die helfen wollten.

00:06:09: Ja sie haben gesagt dass es Situationen gibt wo Bedrohungen ausgesprochen werden.

00:06:13: Ich mich wundert nur, dass schon in der Vergangenheit oft passiert ist wie Sie sagen aber das bisher noch nicht viel gemacht wurde.

00:06:20: dagegen so habe ich das Gefühl als Außenstehender.

00:06:22: Das sind davon sollen wir aufgedrehen, die doch nicht beseitigt wurden.

00:06:25: Ja, würde ich so beantworten.

00:06:26: Und das hat auch einen ganz großen Ruck jetzt gegeben, dass was in Stade passiert ist und es wieder so, dass wir alle sagen, warum muss dann erst mal etwas passieren?

00:06:35: Warum haben wir bei Gericht nur teilweise Kontrollen wenn sie angeordnet sind, wenn irgendwas sein könnte?

00:06:41: Warum nicht durchgängig kontrollen?

00:06:44: Weil das Geld nicht da ist!

00:06:45: Weil das geld nicht freigegeben wird.

00:06:46: Warum muss erst was passieren wie ein München, muss ein Staatsanwalt erschossen werden damit dauerhaft Kontrollendah sind?

00:06:51: Das würde schon so viel angefahren Potenzial wegbringen.

00:06:55: Bremen hat auch kein Geld, sie leisten sich trotzdem dauerhafte Kontrollen weil es wichtig ist und diese Gelder müssen freigegeben werden für die Justiz und genauso im Bereich der Landkreise dass sie das Jugendamt vernünftig schützen können denn diese Gewaltspirale fährt immer höher.

00:07:10: Das sind keine Einzelfälle und ich verhandel keine Familienrechtsachen mehr die schon so einen Potenzial im Hintergrund haben auch wenn das schon Monate her ist dass diese Drogen ausgesprochen.

00:07:24: dann möchte ich, dass die Personen vorher durchsucht werden.

00:07:26: Das ist ja nicht einschneiden mal eben eine Durchsuchung über sich ergehen zu

00:07:29: lassen.".

00:07:30: Man sagt da jetzt, es sind solche Notfallknöpfe gibt, die man drücken kann?

00:07:34: Es spät!

00:07:35: Das ist zu spät wenn ich nicht vorher durch suche ziehen sie meine Waffen drücken ab das sind Sekunden.

00:07:39: Wenn ich das noch schaffe den Knopf zu drücken aber dass da jemand da ist in Sicherheit nicht In diesen Situationen, in den familienrechtlichen Situationen.

00:07:46: In den Situationen wo Mitarbeiter des Jugendamtes oder auch das Gericht der Meinung ist.

00:07:52: ihr Kind kann nicht bei ihnen bleiben weil sie das Kindeswohl nicht sicherstellen können.

00:07:56: jetzt gerade sind Sie nicht gut für Ihr Kind.

00:07:59: da nimmt man den Eltern Das wichtigste was sie in ihrem Leben haben.

00:08:03: da knallen die Emotionen hoch Da kann kaum einer seine Emotion behalten und kaum einer wüsste im Vorfeld wie er selber reagieren würde wenn das passiert.

00:08:12: Und das Familienrecht ist aus meiner Sicht wesentlich gefährlicher als das Schlafrechte.

00:08:17: Inwiefern ist das Familienrecht gefährlicher?

00:08:20: Am Strafrecht ist es ja schon passiert.

00:08:22: Da die Straftat passiert, da weiß ich genau was derjenige getan hat.

00:08:25: Da geht es darum wie die Strafe abgeurteilt wird.

00:08:29: Ja, ich weiß er hat eine schwere Straftate begangen aber in dem Moment bin ich im gesicherten Bereich.

00:08:34: wenn das eine Schwere straft hat dann ist der vorläufig festgenommen.

00:08:37: Polizei ist da und alles da ist.

00:08:39: es passiert aber am Familienrecht da wo die Emotionen gerade hochbrechen Wo die Beteiligten völlig überfordert sind mit ihren eigenen Emotions Da muss ich sie auch vor sich selber schützen und sagen, wenn man in ein ruhiges Gespräch gehen will, braucht man keine Waffen.

00:08:54: Kein CSKs, keinen Starkstock, kein Messer.

00:08:56: Haben Sie schon mal Situationen miterleben, wo die Situation eskaliert ist bei diesen Gesprächen?

00:09:02: Also im Hilfeplan-Gespräch sowie in Stade nicht.

00:09:05: Das war ja außerhalb Gericht und Jugendamt.

00:09:08: Dass man sich außerhalb der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung getroffen hat eine solche Eskalation?

00:09:14: nein Eskalation im Gericht durchaus.

00:09:18: Wir haben da ja auch jetzt schon, wir haben ja Wachtmeister dabei wenn wir das sehen dass da was kommt.

00:09:23: Auch das Gericht ist unheimlich hellhörig.

00:09:26: wenn nicht als Verfahrensbeistand auch darum bitte Sicherheitsverfügung anzuordnen dann wird durch Sucht!

00:09:31: Dann sind auch WachtMeister im Saal.

00:09:34: Das machen die dann erst, nachdem sie darauf hinweisen?

00:09:37: Oder wird das automatisch

00:09:38: gemacht.

00:09:38: Wenn Sie es in der Akte schon sehen, dass der Antrag oder die Erwiderung, die in der Akte ist, nach Gewalt schreit... ...oder Sie haben vorher schon einen Gewaltschutzbeschluss erlassen,... ...dann machen Sie es automatisch, aber richterabhängig.

00:09:49: Und wenn ich dann sehe, es ist keine Verfügung drin und ich habe's aus den Gesprächen,... ...das ich denke da ist viel Musik im Spiel.

00:09:56: Dann bitte ich um Sicherheitsverfügungen und dann wird es gemacht und dann durchsucht und dann sind Wachtmeister im Saal.

00:10:03: speziell eingerichtet.

00:10:05: Genügend Eskalationen erlebt, wo die Beteiligten rausgetragen werden mit Gewalt, mit Schreien und auf dem Boden schmeißen oder danach ein Notarztseinsatz sein muss das Oderpolizei hin zu gerufen wird.

00:10:15: Gibt es was für sie ganz wichtig ist?

00:10:18: Wie in Zukunft solche Sachen behandelt werden sollen?

00:10:21: Ja damit gehandelt werden kann braucht die Justiz und brauchen die Landkreise für diese Bereiche, für sich Sicherheitsbereiche freie Gelder.

00:10:29: Es muss ein Gelder zur Verfügung gestellt werden, es kann nicht sein das betrifft jetzt nicht Familienrecht sondern eher Strafrecht dass wir erst vier fünf Jahre nach den Straftaten verhandeln können weil einfach nicht genug Personal da ist Richter Staatsanwälte und so weiter.

00:10:42: in Bezug auf Sicherheitsmaßnahmen Kann es nicht sein dass der Landkreis sagen muss Wir haben aber einfach kein Geld um unsere Mitarbeiter zu schützen.

00:10:48: Das hat zur Folge des immer mehr Leute kündigen.

00:10:50: das hat zur folge Dass wir das Kindeswohl nicht mehr sicherstellen können.

00:10:53: Da müssen dringend gelder frei gegeben werden.

00:10:56: Sie haben ja auch oft mit mit Mitarbeitern Mitarbeiterinnen vom Jugendamt zu tun.

00:10:59: Wie ist denn die Stimmung bei denen, also auch jetzt schon bevor das in Stade passiert ist?

00:11:04: Also die Stimmung ist sowohl vor Stade... Unheimliche Arbeitsbelastung.

00:11:11: Wir haben viel wechselnde Mitarbeiter im Jugendamt, weil sie sagen wir stehen noch nur im Feuer.

00:11:15: also wir müssen unsere Leitung gegenüber rechtfertigen warum der Fall nicht geschlossen ist.

00:11:18: Wir müssen da in.

00:11:19: die Familien sind nicht immer erfreut wenn wir da sind nehmen die Hilfen nicht an und wir haben viel zu wenig Personal.

00:11:24: wir haben zu viele Fälle sowieso eine hohe Anspannung.

00:11:27: jetzt nach Stade habe ich tatsächlich mit vielen befreundet die Jugendamtsmitarbeiter sind habe ich mit denen gesprochen und gesagt wie geht es euch?

00:11:34: Nach Stade was macht ihr und in verschiedenen landen im Bundesländern, auch Niedersachsen-Bremien.

00:11:41: Die haben mir gesagt es hat dazu geführt dass wir uns zusammengesetzt haben.

00:11:44: aber teilweise haben sie die Antwort wirklich bekommen weil sie gesagt haben wir fordern jetzt wenn wir wirklich sehen das ist eine eskalative Familie dass wir das im Kreishaus führen das einmal durchsucht wird dann würde ich sagen wir haben kein Geld dafür.

00:11:55: Dann kann nur die Konsequenz sein dann kündigen wir wenn uns das Leben lieb ist.

00:11:58: Das geht nicht!

00:12:00: Dann können wir diese Rechtsordnung nicht halten.

00:12:02: und in anderen Bereichen wie zum Beispiel Bremen die sagen Wir haben sich als Konzept hochgefahren Räume, wo daneben verdeckt die Polizei ist.

00:12:10: Wir können sofort laut geben und sie sind da das ist super.

00:12:13: also es geht anders.

00:12:14: Und Jugendämter machen sich Gedanken Die Landkreise machen sich gedenken aber Es sind immer monetäre Grenzen dahinter.

00:12:21: und Da Ist der dringende Appell.

00:12:23: gibt den Leuten die wirklich die helfen die Möglichkeit Das auch umzusetzen.

00:12:28: ich kann mal vorstellen dass gerade im bereich des jugendamtes unheimlich schwer ist zu arbeiten beim thema Kindeswohl entzug Aus der Familie, wie entscheide ich das?

00:12:39: Wenn ich es nicht mache und passiert was bin ich dran schuld.

00:12:42: Und wenn ich es mache ist es falsch, wenn ich auch dran schult.

00:12:45: Gibt's so eine Richtlinie nach denen man seitens der Jugendämter so eine Liste nach dem Motto jetzt ist soweit dass sich das Kind in der Oppo der Eltern entziehe?

00:12:55: Ja, soweite ich weiß keine festgeschriebene Liste aber es gibt natürlich Vorgaben wie zu reagieren ist, wie zu handeln.

00:13:02: Das Jugendamt versucht alles außer gerichtlich um möglichst dem Entzug entgegenzuwirken und erst mal Hilfen reinzugeben, um die Erziehungskompetenz der Eltern zu steigern.

00:13:12: Aber sie kommen an einen ganz dünnen Draht wo Sie sagen teile ich es jetzt mit oder beantrage ich eine Eilentscheidung?

00:13:19: schaffen wir das noch übers Wochenende.

00:13:21: Die fahren teilweise auch am Wochenende vorbei und zu sagen ist doch alles gut also und haben die Familienhelfer drin mit denen sie im engen Kontakt stehen, die dann wirklich auch ganz eng eingesetzt werden bis zum Gerichtstermin.

00:13:34: Auf der einen Seite verantworten, auf der anderen dürfen sie nicht überziehen.

00:13:39: Das sind ja auch die Situation ... Ich hab Mandanten, die zu mir kommen und sagen, mein Kind ist gut genommen worden oder mir soll das Sorgerecht entzogen werden, wo ich selber aussage, da haben die aber schnell reagiert in dem Moment.

00:13:50: Wahrscheinlich mit eigenen Erfahrungen was vorher gerade passiert ist.

00:13:53: Da muss man ein Einzelfall sehen, es ist immer eine Einzelfallen Entscheidung.

00:13:57: Und das sind schwere Entscheidungen macht sich keiner leichter.

00:13:59: Sie verdreht auf der einenseits die Interessen der Eltern?

00:14:03: den das Kind entzogen wurde, aber sie vertreten auf der anderen Seite auch die Interessen des Kindes.

00:14:09: Wie schwierig ist es, die Interesse eines Kindes zu vertreden was noch gar nicht sprechen kann?

00:14:13: Gar nicht schwer!

00:14:14: Gar nicht.

00:14:16: Ich vertrete das ja nicht im selben Verfahren, sondern in manchen Verfahren bin ich Anwältin der Eltern als Familienrechtlerin und in manchem Verfahren bestellt vom Gericht als Anwältin der Kinder.

00:14:24: Und ich finde keine bessere Position als Anwelten der Kinder zu sein um das beurteilen zu können und einzuschätzen was für die Kinder jetzt gut wäre... ...und ich darf ja anders als der Richter mit den Beteiligten sehr offen sprechen!

00:14:38: Ich darf Sie auch fragen, so mal brennt ihr jetzt eigentlich?

00:14:39: Das kann doch nicht euer Ernst sein, so darf ich

00:14:41: reden?!

00:14:42: Der Richter würde dem Befangen als Antrag kriegen.

00:14:44: Nicht so sagen.

00:14:45: Und das hilft den Eltern, aber auch oft mal zu sagen okay ich versteh dich, dass muss ich jetzt also anders machen damit ihr das auch anders seht und damit ich eine Chance habe oder unser Kind bei uns bleiben kann.

00:14:55: Das sind Hilfen, aber ich kann ganz deutlich sagen nein was ihr macht geht nicht Auch wenn das Kind das toll findet.

00:15:00: Ich hab hier einen Sechsjährigen der spielt durchgängig fort.

00:15:03: Nein, das ist nicht in Ordnung!

00:15:04: Das ist eine Gefährdung des Kindes.

00:15:06: Oder zockt die ganze Nacht durch Ja?

00:15:07: Auch wenn ihr sagt es geht schonmal.

00:15:09: Nein, es geht nicht.

00:15:10: Dafür wird kein Kind rausgenommen.

00:15:11: Aber das sind ja einzelne Punkte.

00:15:14: und das mal deutlich zu sagen.

00:15:15: Und ein Kind, was nicht sprechen kann ist für mich... Er noch leichter mit zu entscheiden, weil ich weiß was die Kinder am Alter von null bis drei Jahren einfach an Versorgung, Basalversorgen brauchen.

00:15:26: Dass es sehr einfach für die nicht gewährleistet ist.

00:15:28: das Kind kann nicht allein zum Kühlschrank gehen.

00:15:29: dann haben wir keine andere Möglichkeit als z.B.

00:15:32: Einzug in eine Mutter-Kind-Einrichtung.

00:15:34: Wir versuchen ja nicht gleich zu trennen sondern dann mithilfen stationär und bei älteren Kindern zwölf, dreizehn, vierzehnt da ist es schon schwierig wenn man sieht dass Kindeswohl hier wirklich gefährdet in der Familie.

00:15:45: aber es besteht so ne starke Bindung zu den Eltern.

00:15:48: Auch der Wunsch des Kindes ist so stark, dass eine Unterbringung in der Kinder- und Jugendhilfe Einrichtungen gar nicht sinnvoll wäre.

00:15:54: Weil das Kind nur dagegen rebelliert.

00:15:55: Kindeswohlgefährdung gibt es verschiedene Arten, schätze ich mal.

00:16:00: Jetzt nicht nur ständig am Computer sitzen.

00:16:02: Ich glaube, meins erachtens sind jetzt noch keine große Gefährdungen.

00:16:05: Eine Latente?

00:16:07: Wenn das Latent am Computerspiel also ständig ... Ist das schon eine Kindeswohlgefärdung?

00:16:11: oder ist eine Kindesswohlgefärderung erst dann, wenn ich Gewalt gegen Kinder ausübe?

00:16:15: Also es geht... bei der Kindeswohlgefährdung nicht ausschließlich um die wirklich existenzielle Gewalt oder existenziell, dass das Kind zu wenig zu essen bekommt.

00:16:24: Dass so was haben wir?

00:16:25: Das ist nicht fremd und zu wenig Essen zu trinken, medizinisch nicht versorgt wird.

00:16:30: Das ist natürlich akute Kindeswohlgefärdung.

00:16:32: da reagieren wir im Eilverfahren.

00:16:33: Da ist kein Abwarten mehr.

00:16:35: Diese latente Kindes-Wohlgefährderung, das ist ja nicht nur ein Computer dazu kommen Schulpflichtversäumnisse.

00:16:40: Da meldet die Schule auch, da gibt es Bußgelder ... Man geht in die Familie und versucht, Hilfen reinzubringen.

00:16:47: Und man sieht, die Hilfen wirken trotzdem nicht.

00:16:49: Dann wird ein Gutachten eingeholt und dann ist das auch nicht nur zu lange am PC gesessen, nicht nur geht nicht mehr zur Schule ... Jedes Kind hat einen Recht auf Bildung, sondern da sind ganz viele andere Punkte noch zusammen, die dazu führen, dass das Kind eine Entwicklung gefährdet.

00:17:04: Ich kann mal vorstellen, gerade wenn Sie es gesagt haben mit Kindern reden, die etwas älter sind, die schon sprechen können, sagen wir es durch den Zehn- und Sechzehnjahre halt!

00:17:12: Dass sie natürlich in erster Linie bei der Familie bleiben wollen?

00:17:15: Das andere wäre eine Veränderung.

00:17:16: Veränderungen sind immer doof, wenn sie entzogen werden.

00:17:18: Man kann vorstellen, dass die Widerstände des Kindes da größer sind als bei kleineren Kindern, die noch nicht so einen Willen haben.

00:17:24: Im Normalfall ja ich würde sagen ... Anzahl ja, aber ich hab tatsächlich Kinder, die zu mir sagen, Tante kannst du mich bitte mit heute Abend nach Hause nehmen.

00:17:33: Ich möchte hier raus, die das auch so deutlich formulieren.

00:17:37: Da weiß man dann schon ... Die haben ja eine Angst vor dem was kommt, weil es was Ungewisses ist.

00:17:42: Das wissen sie nicht, was ne Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung ist um wie das ist mit anderen Kindern zu spielen.

00:17:46: Und wenn diese Kinder schon sagen, bitte nehme ich mit oder bitte ruhe mich hier raus?

00:17:50: Dann is wirklich ganz großes Alarmsignal.

00:17:54: Aber die Widerstände der Kinder, die älter sind und sagen eigentlich möchte ich zu Hause bleiben.

00:17:59: Es ist ja auch so, dass ich das Wohl der Kinder vertrete im Verfahren nicht aber immer den Willen der Kinder.

00:18:04: Wenn ein Fünfzehnjähriger mir sagt, ich möchte jetzt lieber hierbleiben weil da kann ich den ganzen Nacht zocken und hab's überpennig zur Schule gehe ich eh nicht mehr.

00:18:11: Tag nach drück muss alles umgekehrt und dusche natürlich auch nicht mehr brauche ich auch alles nicht.

00:18:15: Aber ich will das!

00:18:16: Dann werde ich mich dafür nicht aussprechen.

00:18:18: Und dann ist Kindeswohl und Kindeswille durchaus unterschiedlich.

00:18:23: sagen, ich sehe das dem Kindeswohl.

00:18:25: Das entspricht aber nicht im Kindeswillen und es liegt dann am Jugendamt, einem Gericht an mir die Eltern mitzunehmen denen das auch zu erklären damit sie aufs Kind einwirken können damit dass gut funktionieren kann und das Kind auch zu

00:18:38: überzeugen.".

00:18:38: Und wie oft gelingt Ihnen das?

00:18:40: Dass Kind und die Eltern so überzeugen was es bessere für das Kind ist?

00:18:43: Also ich würde mal sagen zu achtzig Prozent tatsächlich, denn diese älteren Kinder die wir nicht überzeugen können.

00:18:49: Die sehen wir oftmals dann in Unterbringungssachen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie wegen Eigen oder Fremdgefährdung wieder.

00:18:55: Gibt es auch schon Bedrohungen gegen sie ausgesprochen worden wenn sie sich gegen den Willen oder von Ältern und Kindern entschieden haben?

00:19:02: Von den Kindern nie also von den Eltern.

00:19:04: ja!

00:19:05: Von den Eltern Sie werden schon sehen Das sind die ganz normalen in dem Moment, wo die Emotionen hochschlagen.

00:19:12: Die sind ja auch meist anweiglich vertreten und denen wird es erklärt.

00:19:15: Das finde ich gar nicht schlimm.

00:19:17: Es gab eine Bedrohungssituation, die tatsächlich sehr real und nachhaltig war aus einer Verfahrensbeistandschaft von vor sieben Jahren mit einem Bruder, mit dem ich nichts zu tun hatte.

00:19:28: Und das Kind ist mittlerweile volljährig aber der ist auch verurteilt worden rechtskräftig.

00:19:32: Warum macht man den Beruf?

00:19:35: Ich kann mal vorstellen, dass immer ein... Psychischer Druck da.

00:19:38: Ich möchte helfen, das ist meine Intention warum ich überhaupt da bin?

00:19:42: Ich möchte helpen und ich möchte was verändern.

00:19:44: Und wenn nicht nur ein Kind retten konnte hat sich schon gelohnt und ich habe schon viele getroffen die mich beim aufabbau der domwei ansprechen und sagen du warst damals bei uns und wir wollten noch mal bedanken dafür was das doch wert.

00:19:57: und Ja es hat doch jeder auf der arbeit einen gewissen druck aber auch Bedrohung mir gegenüber wo sie sagen üben psychischen druck aus.

00:20:06: Bei mir geht da eher so los, da hast du dich jetzt gerade mit der falschen angelegt.

00:20:11: Ich glaube, da habe ich eine gewisse Resilienz, die bin ich auch dankbar für und darum bleibe ich dabei, wenn ich Angst habe, höre ich auf!

00:20:17: Ich empfinde das nicht als Druck sondern ich empfande es als Aufgabe den Menschen zu

00:20:22: helfen.".

00:20:25: Auf Schritt uns tritt.

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